Bunny
Hier oben

 

Ja, ich will deinen Blick sehen, wie du mich entsetzt anstarrst, wenn ich hier oben stehen werde. Ich will, dass du schreist und dir vor Schreck mit der Hand auf den Mund schlägst. Ich will, dass endlich alle Momente des Glücks, deinen ganzen Späße auf Kosten meiner und anderer, die du je hattest wie aus deinem Kopf herausgeschossen werden. Ich will deine weit aufgerissenen Augen in meinem vorn über gebeugtem Rücken spüren. Ich will, dass du mein gen Himmel gerichtetes Gesicht von meinen täglich, immer tiefer eingebrannten Tränen geprägt bemerkst, meine Wunden die schon solange in mir glühen, sowohl die inneren als auch die äußeren, die meinen Körper beschmutzt haben und diese Narben hinterließen und den dadurch entfachten Wunsch endlich zu gehen. Von dir zugehen, obwohl es dich nicht interessiert, von dem Schmerz zu gehen, obwohl es ihn nicht lindert und gesund auskuriert, sondern nur mein Leiden beendet. Ich will, dass du dich daran erinnerst, dass es mich noch gibt, und ich will, dass du endlich siehst, dass es mich nicht mehr lange geben wird. Ich will, dass du endlich mein krankes Inneres findest und meine ausgepeitschte Seele erblickst. Ich will, dass du dieses unerträgliche Brennen in dir spürst, die harten Schläge und die grauen Anblicke, damit du endlich verstehst wie weh es tut. Ich will, dass du weißt wie viel ich an dich verschwende, dass du erkennst, dass du der Grund bist warum ich jetzt hier stehe und ich will, dass du durch mein Lächeln hindurch siehst und deines verlierst. Ich will, dass du mich dort oben siehst, denn es ist der einzige Weg dich an mich zu erinnern. Ich will, dass du erkennst wie viel du falsch gemacht hast und wie viele Fehler du gerade eben wieder machst, wie viel Scheiße du wieder baust. Aber eins werde ich dir sagen, nicht mehr auf meine Kosten. Siehst du meine Hände? Wie sie sich leise zitternd um die kalte Eisenstange klammern? Noch? Siehst du meine Haare, wie sie stumm im Wind wehen und den kalten Duft der festgehaltenen, kalten Erinnerungen in sich tragen und nur darum schreien sie loszulassen? Hörst du wie meine Körper, mein Herz, meine Liebe brüllte und hörst du jetzt die Leute unter mir kreischen? Spürst du endlich meine Angst die ich all die Zeit verspürte? Und spürst du jetzt wie sie dich leise umschmeichelt und sich hinterhältig an dich ran schleicht? Spürst du wie sie aus meinem Körper weicht und blitzschnell in dich eindringt? Siehst du wie sich langsam meine Hände von dem Halt lösen? Schoen. Denn ich habe keine Angst mehr…

                                                                                        by me.

15.4.07 21:39
 


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